Einstandskurse verbilligen? (Fortsetzung) …
Die häufigste Ursache für katastrophale Kapitalverluste...
Einstandskurse verbilligen ist der häufigste Anlegerfehler, den unerfahrene Anleger im Falle eines Aktienverlusts begehen. Und meist hat her katastrophale Auswirkungen.
Merke: Einstandskurse verbilligen macht generell nur Sinn, wenn die Verluste in der Aktie durch eine allgemeine Marktschwäche verursacht sind. Fällt nur die Aktie und nicht der Markt, sollte man von einer Verbilligung der Einstandskurse dringend Abstand nehmen.
Wichtige Regeln zum Verbilligen von Einstandskursen (gilt für alle Anlageklassen):
- Verbilligen Sie nie den Einstandskurs, wenn nur die Aktie fällt und nicht gleichzeitig der Gesamtmarkt!
- Verbilligen Sie den Einstandskurs nur in kleinen Tranchen, um das Verlustrisiko zu minimieren!
- Kaufen Sie Aktien nur nach, wenn Sie das Geschäftsmodell des Unternehmens vollends verstehen (meist nie der Fall)!
- Kaufen Sie niemals mit Fremdkapital nach (Fremdkapital sollte man generell strikt vermeiden)!
- Immer nur einmal nachkaufen, nie mehrmals!
- Nur Aktien nachkaufen, wenn der Aktienkurs wieder nach oben tendiert.
- Stopplimit rund 10% unterhalb des Nachkaufkurses setzen.
Grundsätzliche Gedanken zu diesem Thema...
Einstandskurse verbilligen oder Aktien nachkaufen ist ein sehr heikles Thema an der Börse und es wird oft kontrovers diskutiert. Manche raten generell davon ab, andere wieder nicht. Das Problematische daran ist, dass es durchaus Sinn machen kann, aber nur wenn man das Geschäftsmodell des Unternehmens und dessen Marktumfeld voll versteht. Hier sollte man sich als Anleger aber keinerlei Illusionen hingeben, denn selbst als erfahrener Anleger wird man das meistens nicht können. Hier müsste man schon aktiv in der Branche involviert sein. Mein Rat: Seien Sie hier ehrlich und machen Sie sich da nichts vor! Wer sich da überschätzt, der geht unkalkulierbare Risiken ein.
Für mich sind bei diesem Problem daher zwei Dinge wichtig: (1) Aktien nachkaufen oder Einstandskurs verbilligen nur, wenn der Gesamtmarkt fällt und die Aktie kein auffälliges negatives Verhalten zeigt. Sie fällt also nicht überproportional zum Gesamtmarkt. (2) Immer nur einmal nachkaufen und nur im Fall einer Trendwende. Immer das Verlustrisiko begrenzen, indem man beim zweiten Nachkauf ein endgültiges Stopplimit unterhalb des 2. Nachkaufkurses setzt (~10% darunter). Mit diesen beiden Regeln bin ich bisher gut gefahren.
